Endlich Zeit am Tag 12.19.17.9.11 12 Chuen 4 Xul

18. Juli 2010

Hola Amigos,

wie ihr schon an der zeitlichen Lücke im Blog erkennt: Ich habe momentan viel zu wenig Zeit für mein Hobby! Noch 2 Wochen, dann sprudeln die Blogeinträge wieder. Direkt aus dem Mayaland! Wie versprochen, bediene ich mich ab jetzt der Technik der Maps von Google, OSM usw. (siehe www.faszination-maya.de “Mayaland-Karte”). Damit lässt sich genau nachverfolgen, an welchen Bäumen meine Hängematte gerade aufgebaumelt ist.

Euer doneric

PS: Dann werde ich endlich auch die Zeit haben, das spannende Manuskript des Expeditionsberichtes 2008 von Jens weiter zu lesen. Seine Sicht auf die Dinge ist wesentlich detailreicher als meine. Hoffen wir mal, dass es noch in diesem Jahr zum Druck geht.

Willkommen auf www.faszination-maya.de am Tag 12.19.17.8.8 2 Lamat 1 Zec

25. Juni 2010

Liebe Freunde des Mayalandes,

es ist soweit. Aufgrund der mittlerweile erreichten Komplexität der Webseite www.faszination2012.de habe ich den Schritt begonnen, gewisse Inhalte, insbesondere zum Mayaland selbst sowie zu unseren Büchern usw., auf eine eigene Seite auszulagern. Unser Block wird vorerst auf beiden Seiten zu lesen sein, diese Inhalte trenne ich nicht.

Willkommen also auf http://www.faszination-maya.de !

Der weitere Ausbau wurde geplant und teilweise begonnen. Es wird einiges Neues zu bestaunen geben. Kleiner Tipp: Passend zur gerade laufenden Fußball-WM (mit starker mexikanischer Mannschaft) ist unter anderem ein bisher unveröffentlichter Artikel zum Ballspiel dabei.

Viel Spaß.

Euer doneric

Ankündigung am Tag 12.19.17.7.14 1 Ix 7 Zotz

11. Juni 2010

Hallo Mayalandfreunde,

wie schon erwähnt, bald geht es wieder los - ins Mayaland. Einige meiner Erlebnisse könnt ihr hier im Block verfolgen.

Wahrscheinlich werde ich immer mal eine Googlemap mit einblenden. Darauf werden meine Aufenthaltsorte markiert sein. Allerdings gibt es selten so gute Orthofotos wie dieses von Chichén Itzá.

Euer doneric

Bin gespannt am Tag 12.19.17.7.7 7 Manik 0 Zotz

4. Juni 2010

Hallo Mayafreunde,

was habe ich wohl auf dem folgenden Foto festgehalten?

Das Foto zeigt den Schwiegersohn des legendären Schamanen Chan Kin Viejo im Lacandónendorf Nahá, Chan Kin Obregón, in Aktion mit seiner Schubkarre. Auf die Frage, was er da gerade macht, erhielt ich die Antwort: “Ich baue jetzt ein Hotel.”

Nun ist ein Jahr vergangen. Im August werde ich wieder mit Jens (Lacambalam) in Nahá sein. Ich bin nun echt gespannt, ob wir mal im neuen Hotel übernachten können. Übrigens habe ich im Internet tatsächlich Agenturen gefunden, die Reisen nach Nahá und Metzabok anbieten. Das ist interessant für all jene, die vordergründig Wert auf Natur und ursprüngliches, d.h. auch schlichtes Mayadorfleben legen. Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit dem Schamanen Don Antonio und Chan Kin Viejos Sohn Bor Mudo. Hier ist noch ein Bild von unserer Schlafstätte im letzten Jahr:

Wer sich für solcherart Reisen näher interessiert, kann mal einen Blick in das Buch “Faszination Mayaland - Eine Tour mit Rucksack und Hängematte” werfen oder hier im Block unter Kategorien den Link Mayaland-Tour 2009 nachschauen. (Um den jeweiligen Artikel in vollem Umfang mit allen Bildern sehen zu können, muss man nur auf die zugehörige Überschrift klicken.)

Viel Spaß.
Euer doneric

Mayaland-News am Tag 12.19.17.6.16 9 Cib 9 Zip

24. Mai 2010

Ältestes Olmekengrab in einer Pyramide entdeckt

Ein Team von mexikanischen und amerikanischen Archäologen der Brigham Young von Utah hat in einer Pyramide in Chiapa de Corzo in Chiapas ein Grab entdeckt. Es enthielt die Überreste von vier Individuen. Zwei von ihnen waren mit reichlich Jade geschmückt. Keramikbeigaben begleiteten die Verstorbenen.

Die Archäologen schätzen, dass das Grab in die Zeit von 700 bis 500 vor Christus datiert. Das Grab befindet sich in der Pyramide Nummer 11, die ursprünglich etwa 7 Meter hoch war, einen Tempel und eine Lehmtreppe besaß.

In der vier mal vier Meter großen Hauptkammer wurden die Reste von einem Mann entdeckt, einem Kind und einem Jugendlichen. Der Mann war im Alter von etwa 50 Jahren gestorben. Mit dem Kopf lag er in Richtung Norden. Sein Mund war mit einer Muschel bedeckt, seine Zähne wiesen Inkrustationen auf. Er war geschmückt mit Kleidung, auf welche über 1000 Jadeperlen genäht worden waren. Sein Lendenschurz war mit winzigen Perlen und verschiedenen Jadestücken versehen, unter anderem einem Jadestück in Form eines Krokodils. Auch ein Pyritspiegel befindet sich unter seinen Grabbeigaben.

Aus der Position der Skelette schloss man, dass das Kind mit Sorgfalt bestattet worden war, während der etwa 20-jährige Jugendliche anscheinend geopfert und in das Grab geschmissen worden war, denn seine Knochen lagen verstreut.

Neben der Hauptkammer fand man eine weitere Grabkammer, etwa drei mal vier Meter groß. Sie enthielt die Überreste einer Frau, etwa 50 Jahre alt zum Zeitpunkt ihres Todes. Sie hatte ebenfalls eine Muschel auf ihrem Mund und besaß inkrustierte Zähne. Sie war aber mit dem Kopf in Richtung Osten begraben. Ihre Kleidung war ebenfalls mit Jade und Perlen verziert gewesen, darunter mit Anhängern in Form von Vögeln und Affen. Zwei Vasen, ein Pyritspiegel, Rochenstachel und Bernsteinstücke zählten außerdem zu ihrem Schmuck.

Dieser wichtige Fund von Chiapa de Corzo zeigt, dass die Maya nicht die einzigen waren, die ihre Verstorbenen in Pyramiden begruben. Außerdem bezeugt er weitreichende Handelsbeziehungen der Olmeken mit so weit entfernten Regionen wie das Hochtal von Mexiko und das Motaguatal in Guatemala.

Stilistisch gesehen ist eine starke Verwandschaft mit dem Olmekenzentrum von La Venta zu beobachten, bestätigen die Experten.

Es sei daran erinnert, dass Chiapa de Corzo auch in anderer Hinsicht ein besonderes Ritualzentrum der Olmeken ist, denn hier fand man das bisher älteste Datum in der Schreibweise der Langen Zählung, das Datum 7.16.3.2.13. 6 Been 16 Xul, welches dem 8. Dezember 36 vor Christus (gregorianisch) entspricht.

Euer Lacambalam

Mayaland-News am Tag 12.19.17.5.19 5 Cauac 12 Uo

7. Mai 2010

Korruption in Guatemala

Im Nordwesten Guatemalas gibt es ein Naturschutzgebiet, „Reserva de la Biosfera Maya“ genannt. Zum Beispiel die große präklassische Mayastadt El Mirador befindet sich in diesem Gebiet.

Wie der Nationale Rat für Naturschutzgebiete Guatemalas (Consejo Nacional de Áreas Protegidas) meldet, sind bis 2009 bereits 45 Prozent der Waldfläche dieses Schutzgebietes illegal vernichtet worden. Umweltschützer melden, dass diese Waldfläche bald total verschwinden wird, wenn diese Zerstörung durch Holzfäller, Waldbrände, Landwirtschaft, Viehzucht, illegalen Handel mit geschützten Tier- und Pflanzenarten, Grabräuber, Menschenhandel und illegalem Verkauf von Land nicht bald unterbunden wird. Zu diesem Zweck hat das guatemaltekische Ministerium für Umwelt und Natur (Ministerio de Ambiente y Recursos Naturales) von der Internationalen Entwicklungsbank (Banco Internacional de Desarollo) einen Kredit in Höhe von 30 Millionen US$ (240 millones de Quetzales) empfangen. Damit sollten Maßnahmen zum Schutz von Umwelt und archäologischem Erbe des Schutzgebietes bezahlt werden.

Wie die Zeitung “El Periódico” von Guatemala vor kurzem meldete, kauften sich der technische Direktor des Programmes für die Entwicklung des Petens für die Konservierung des Maya Biosphäre-Reservats (Programa de Desarrollo de Petén para la Conservación de la Reserva de la Biosfera Maya - PDPCRBM) des Ministerium für Umwelt und Natur, Prudencio Rodríguez, drei Luxusmodelle, und sein Exekutivdirektor, Eduardo Cofiño, zwei Luxuswagen. Insgesamt erwarben die Funktionäre dieses Ministeriums 7 Vans Typ Pathfinder für 3.3 Millionen Quetzales, 2 Sedans für je 100.000 Quetzales und 10 Pickups mit Allradantrieb Marke Nissan Frontier, für je 139.000 Quetzales. Weitere Gelder wurden für fragwürdige „Beratungen“ in Höhe von 5,7 Millionen Quetzales allein im Jahr 2009 verschwendet. Unnötige Auslandsreisen, Flugtickets, Reisespesen (die nicht oder nur teilweise abgerechnet wurden), kosteten ebenfalls viel Geld.

Zum Weltklimagipfel nach Kopenhagen im Dezember 2009 reisten über 40 Funktionäre aus Guatemala an – einem Dritte-Welt-Land, in dem drei Viertel der Bevölkerung in Armut leben –bezahlt zum großen Teil mit den Geldern, die für das Maya-Biosphäre-Reservat bestimmt waren. Jedes Flugticket dafür kostete im Schnitt 35.000 Quetzales und jeder erhielt Reisespesen in Höhe von 27.000 Quetzales.

Vor zwei Jahren war ich nach El Mirador unterwegs. Alle Nase lang kamen mir Riesenlaster entgegen, die mit je 6 gewaltigen Baumstämmen beladen waren. Das war tief im Reservatsgebiet drin. Über große Teile war der Wald total vernichtet und verbrannt.

Waldvernichtung am Usumacintafluss in Guatemala

Bei den Hunderten von Pyramidenhügeln, die ich gesehen habe, waren praktisch überall Raubgrabungen durchgeführt worden. Wenn man von Bethel am Usumacintafluss nach Flores fährt, kommt man an Kegelkarsthügeln vorbei, die bis auf die Bergspitze ratzekahl geschlagen sind. Theoretisch handelt es sich um ein Schutzgebiet, als „Selva Lacandona“ (auch in Guatemala) bekannt. Auf diesem Weg kommt man am Ort El Subin vorbei, wo guatemaltekische Funktionäre die Brücke über einen Nebenfluss des Rio Pasión bereits mehrmals feierlich eingeweiht hatten. Die Brücke war wegen Unfähigkeit/ Korruption mehrmals eingestürzt. Nun braucht man sie aber gar nicht mehr fertigzustellen, denn es gibt kein Wasser mehr. Das letzte Rinnsal von Wasser hat sich ein Drogenboss zu seiner eigenen Finca abgeleitet….

Das Wasser im Lago Petén Itzá, wo tagtäglich tonnenweise Abwässer hineinfließen, ist so verseucht, dass ein Teelöffel voll als stark gesundheitsschädlich gilt. Das natürliche und kulturelle Erbe der Maya Guatemalas wird in rasantem Tempo vernichtet. Bald wird nur noch das 24 mal 24 km im Quadrat messende Waldgebiet des Nationalparkes von Tikal übrig bleiben.

Den Allradantrieb werden die Funktionäre freilich gut gebrauchen können, denn die Gelder für die Asphaltierung von Straßen haben sie sich ebenfalls in die Tasche gesteckt, sodass bis heute eine der Haupt-Tourismus-Strecken, von Bethel bis Flores, immer noch nicht asphaltiert ist. Wenigstens wird die Strecke von Flores bis Melchor de Mencos an der Grenze von Belize bald fertig sein. Aber da steckt doch zumindest persönliches Interesse des guatemaltekischen Präsidenten Alvaro Colom dahinter, denn seine Schwiegermutter stammt aus dem genannten Grenzort.

Euer Lacambalam